Einen Selbstzerstörungsmechanismus gibt es eigentlich nur im Film – jetzt kommt er auch auf die DVD. Das Unternehmen DVD-D Germany Ltd. mit Sitz in München bietet Hollywood-Streifen auf entsprechenden Scheiben mit der Bezeichnung DVD-D an, wobei das D für disposable steht. Übersetzt bedeutet dies Einweg- oder Wegwerf-DVD und für den Kunden ein Film mit Haltbarkeitsdatum.
Die DVD-D zerstört sich nach Ablauf einer Frist von 48 Stunden selbst. Dies klingt zunächst nach einem Nachteil für den Käufer: Wer möchte schon Geld für etwas ausgeben, das auch ohne unsachgemäße Behandlung unbrauchbar wird? Der Anbieter nennt einen deutlich günstigeren Preis als großen Vorteil. Der Einweg-Film koste in der Regel nur ein Drittel des Preises einer Permanent-DVD. Auf den Fotos lässt sich ein Preis von 3,99 Euro erkennen, angeboten werden derzeit nur fünf verschiedene Filme, darunter zum Beispiel City of God. Da man sich einen Film ohnehin nur einmal anschauen würde, sei der günstige Preis ein unschlagbares Argument. Echte Filmfans sehen dies wohl anders und geben lieber mehr Geld für eine mehrfach spielbare Variante aus. Für spontane Käufer oder außerhalb der Videotheken-Öffnungszeiten könnte die Einmal-DVD jedoch eine Alternative sein.
Fast wie eine herkömmliche DVD
Der 2-Tage-Film für 3,99 Euro.
Bild: www.einmal-dvd.com
Technisch gesehen gibt es zwischen herkömmlichen und selbstzerstörenden DVDs keinen Unterschied. Sie können ebenso von DVD-Playern oder -Laufwerken abgespielt werden und sind auch unbegrenzt haltbar. Erst wenn die Rotation im Player beginnt, startet der 48-Stunden-Countdown. Innerhalb dieses Zeitraums kann der Nutzer den Film beliebig oft ansehen, anschließend deaktiviert sich das Steuerungsmenü selbsttätig und die Daten sind unwiderruflich gelöscht.
Verkauft werden die Scheiben derzeit bei ausgewählten Zeitschriften- und Bahnhofsbuchhändlern in München und Umgebung. Wie der Geschäftsführer gegenüber der Agentur "Pressetext" erwähnte, soll das Vertriebsgebiet vergrößert werden, wenn die Tests in München erfolgreich verlaufen. In Italien, Frankreich und Skandinavien seien die Wegwerf-Filme bereits erfolgreich eingeführt worden.
Quelle: onlinekosten.de |